Meister Eckart sagte sinngemäß: „Wenn ihr glaubt, Gott in der Kirche näher zu sein als im Stall, liegt es nicht an Gott, sondern an euch.” Das mag stimmen, und wenn Gott überall ist, kann man ihm auch nirgends näher sein als im Hier und Jetzt, egal ob in einem geweihten Haus oder im Hobbykeller.

Von Manfred Lütz stammt die Beobachtung, dass es inzwischen mehr Mitglieder in Fitnessstudios als in Kirchen gibt. Aber vielleicht liegen die Bedürfnisse gar nicht so weit auseinander? Sind Kirchen nicht spirituelle Fitnesscenter? Orte, an denen man etwas üben kann, was einem dann die Kraft im Alltag gibt. Klar könnte ich auch zu Hause meine Liegestütze machen und beten. Aber wer bekommt das schon diszipliniert hin? Es ist um einiges leichter, wenn der räumliche Rahmen einen dabei unterstützt. Und wo zwei oder drei auch an den Übungen dran sind, bin ich lieber unter ihnen als allein.
(Eckart von Hirschhausen)

Die Namensgebungen der beiden Kirchen unserer Pfarreiengemeinschaft sind Ausdruck ihrer Entstehungszeit. In der Regel legen die Bischöfe die Namen von neu gebauten Kirchen oder neu gegründeten Pfarrgemeinden fest. Ende des 19. Jhdts. hatte die [Herz-Jesu-Verehrung] einen ihrer Höhepunkte erreicht. Der berühmteste Kirchbau dieser geistlichen Strömung in der kath. Kirche ist sicherlich die [Basilika Sacré-Coeur] in Paris (1875-1914/1919), aber auch in [Osnabrück 1898-1902] und in der Umgebung [Ibbenbüren-Püsselbüren 1951] entstanden Herz-Jesu-Kirchen. So bekam 1883 die erste katholische Kirche im aufstrebenden Industriestandort Georgsmarienhütte durch Bischof [Bernhard Höting] das Patrozinium vom [Herzen Jesu].

Gemeindegründung und Kirchbau in Holzhausen-Ohrbeck hängen eng mit der Einrichtung eines Exerzitienhauses zusammen, für das 1918 die Franziskaner gewonnen wurden. Die 1929 geweihte Pfarr- und Klosterkirche bekam aber nicht den Namen des Ordensgründers [Franz von Assisi], sondern den des damals vielleicht sogar volkstümlicheren Franziskaners [St. Antonius von Padua].

Gott, der dem Menschen herzlich zugewandt ist und eine Kirche, die dem Zeitgeist alternative Lebensperspektiven eröffnet, sind die beiden Grundpfeiler der Pfarreiengemeinschaft. Eine „Gemeinde mit Herz und in franziskanischem Geist” bleibt Aufgabe und Ziel unseres Gemeindelebens auf dem Weg in die Zukunft.

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