Niemand soll in unserer Pfarreiengemeinschaft anonym sterben. Niemand soll nach seinem Tod der Vergessenheit anheim fallen. Damit das gelingt, legen wir Wert auf eine angemessene Trauerkultur:

Bereits bei schwerer Krankheit soll mit den Betroffenen und Angehörigen und Freunden die Krankensalbung gefeiert werden. Sakramente werden in der kath. Kirche nur Lebenden gespendet. In lebensbedrohlichen Situationen sind auch unsere Kommunionhelfer beauftragt, die Kommunion als „Wegzehrung” ins Haus zu bringen. Nach eingetretenem Tod ist aber auf jeden Fall ein Totengebet möglich.

In der Regel unterrichtet das Bestattungsunternehmen unsere Pfarrbüros über einen Todesfall.
Nach dem Sterben eines Gemeindemitglieds wird die Totenglocke geläutet, in Herz-Jesu bis zur Beerdigung jeden Mittag.

Das Bestattungsunternehmen terminiert die Trauerfeier mit einem unserer Priester bzw. liturgisch Beauftragten. Diese vereinbaren mit den Hinterbliebenen ein Trauergespräch, bei dem auch über den Trauergottesdienst gesprochen wird. Lieder und Texte können gemeinsam ausgesucht werden, wenn es gewünscht wird.

Am Abend vor der Bestattung wird nach kath. Tradition ein Totengebet in der Friedhofskapelle von den Nachbarn, Angehörigen oder qualifizierten Bestattern gestaltet. Material dazu ist in den Pfarrbüros erhältlich.

Die Trauerzeit wird durch Gebet und Gottesdienst in unseren Kirchen solidarisch begleitet. Dazu sind die Angehörigen, Nachbarn und Freunde nach der Beerdigung sechs Wochen lang herzlich zur Werktagsmesse am Dienstagabend in der Herz-Jesu-Kirche oder Freitagabend in St. Antonius eingeladen.

Von Anfang an haben die Christen geglaubt und gelebt, dass die Gemeinschaft der Gläubigen in der einen Kirche nicht nur die Lebenden, sondern auch die Verstorbenen umfasst. So gibt es keinen Gottesdienst, in dem nicht wenigstens allgemein aller Lebenden und Verstorbenen gedacht wird. In Herz-Jesu werden in den sechs Wochen nach der Bestattung in den Fürbitten der Sonntagsgottesdienste die Namen aller genannt, die in dieser Zeit verstorben sind.

Zum „6-Wochen-Gedächtnis” nach einem Todesfall bzw. einer Bestattung und zum „Jahrgedächtnis” werden die Namen der Verstorbenen im Pfarrbrief abgedruckt, sofern die Angehörigen dies mit dem Bestattungsunternehmen entsprechend regeln. Dazu gehört die Mitfeier des entspr. Gottesdienstes. Ein ausdrückliches Totengedenken ohne Anwesenheit von Angehörigen oder Freunden ist in unserer Pfarreiengemeinschaft nicht üblich.

Am Allerheiligenfest (1. November, bzw. an dem am nächsten liegenden Sonntag) hat das Totengedächtnis einen besonderen Platz bei der nachmittäglichen Andacht zur Gräbersegnung: Alle Verstorbenen des vergangenen Jahres werden namentlich genannt, und es wird für sie eine Kerze im Altarraum entzündet oder ein Kreuz mit dem Namen gesegnet. Danach zieht die Gottesdienstgemeinde auf den angrenzenden Friedhof. Priester und Kommunionhelfer/­innen gehen, begleitet von einem Messdiener, an allen Gräbern entlang und segnen sie und die dort Versammelten mit Weihwasser. Dabei spielt die „konfessionelle Grenze” besonders zwischen den beiden Friedhofsteilen in Alt-Georgsmarienhütte keine Rolle. Am Grab Versammelte oder eine brennende Grablaterne signalisieren, dass die spirituelle Solidarität durch den Segen gefragt ist. Das Weihwasser erinnert an die Taufe, in der die Auferstehungshoffnung der Christen ihren Ursprung hat.


Trauerbegleitung und Hospizdienst

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